«Einmalige Chance, Neues zu schaffen»

Im Rahmen der Projektentwicklung zur Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa arbeiten die zuständigen Ingenieure sehr eng mit den Umweltfachleuten des UVB-Teams zusammen. Im Zentrum steht die Aufwertung des Dorfkerns, aber auch der Erholungsnutzen entlang der Sarneraa. Ziel ist die Schaffung von Zugängen zum Wasser.

Im Rahmen ihrer Erhebungen zum Projekt Tieferlegung Sarneraa hat sich das Team, welches für die Erarbeitung des Umweltverträglichkeitsberichts zuständig ist, bereits Gedanken über die zukünftige Gestaltung der Uferpartien entlang der Sarneraa im Dorfkern gemacht.

Die Umweltnaturwissenschafterin Nicole Schiltknecht sieht in der Sarneraa mehr als bloss ein Gewässer, das im Dorfkern zwischen zwei Betonschalen dahinfliesst: «Mit dem Projekt ‹Verbreiterung und Tieferlegung Sarneraa› bietet sich die einmalige Chance, etwas Neues zu schaffen.» Schiltknecht gehört dem Team an, das den Umweltverträglichkeitsbericht erstellt und sehr eng mit den projektierenden Ingenieuren zusammenarbeitet. Es sei wichtig, «dass wir sämtliche Planungsschritte immer wieder mit den Bedürfnissen der Natur und der Menschen abstimmen. So können wir Leerläufe verhindern.» Nicole Schiltknecht arbeitet bei der IC Infraconsult in Bern, welche gemeinsam mit dem Büro Oeko-B vom Kanton Obwalden für die Erarbeitung des Umweltverträglichkeitsberichts beauftragt worden ist. «Wir legen grossen Wert darauf, konsensfähige und wirtschaftlich tragbare Lösungen zu erarbeiten.»

Aufwertung des Ortsbildes

Gewässerökologie, Flora, Fauna, aber auch die Landschaft und das Ortsbild sind zentrale Themen, die momentan intensiv untersucht und bearbeitet werden. Das UVB-Team hat sich bereits einige Überlegungen zum Thema «Landschaft und Ortsbild» gemacht. Wie in Luzern die Reuss oder in Zürich die Limmat, soll in Sarnen nun die Sarneraa zu einem Ort der Begegnung und Erholung werden. Gezielte Zugänge zum Wasser, in den Ufermauern Nischen für Pflanzen und Vögel sind nur einige Vorschläge zur Neugestaltung. Mit Nischen und Störsteinen werden in der Sarneraa Bereiche mit ruhigerer Fliessgeschwindigkeit geschaffen, damit sich die Fische dorthin zurückziehen können. Ein weiterer wichtiger Punkt ist für Nicole Schiltknecht der Einbezug der angrenzenden Freiräume. Mit dem Projekt sollen Möglichkeiten für die Anbindung des Dorfkerns an den Gewässerraum geschaffen werden.

Klare Vorstellungen

Da die Sarneraa an historischen Gebäuden vorbeifliesst, wird die mögliche Ausgestaltung der Uferpartien intensiv mit der kantonalen Denkmalpflege besprochen. «Es gilt», so Nicole Schiltknecht, «die historischen Substanzen zu berücksichtigen und in alle Überlegungen und Planungen miteinzubeziehen.» So ist vorgesehen, dass die Ufermauern nicht einfach aus einer Betonwand bestehen. Im Gespräch ist die Realisierung von Natursteinmauern. Und wenn mit dem Baurohstoff «Beton» gearbeitet wird, soll er eine strukturierte Oberfläche aufweisen. Eine Aufwertung des Erholungsnutzens für die Bevölkerung wird das UVB-Team den Planern auch entlang der Sarneraa ausserhalb des Dorfkerns bis zum Wichelsee vorschlagen. Zur Diskussion steht die Schaffung von Trampelpfaden, die ans Wasser führen, sowie von neuen Rastplätzen. «Die Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa ist eine grosse Chance nicht nur für den Ortskern von Sarnen, sondern auch für die Menschen und die Natur», ist Nicole Schiltknecht überzeugt.


12.03.2009, 08:52 Uhr


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