Tieferlegung und Verbreiterung der Sarneraa auf Kurs

Wichtige Abklärungen und Untersuchungen von Seiten der Ingenieure sind abgeschlossen. Die Fachleute planen nun die detaillierte Gestaltung des Gewässers, der Brücken und des Wehres zur Regulierung des Sarnersees. Neben technischen Fragen stellen sich den Ingenieuren auch Fragen des Natur- und Landschaftsschutzes.

Der Baugrund entlang der Sarneraa wurde in den kritischsten Bereichen mit Sondierbohrungen untersucht.

Dass es sich beim Hochwasserschutzprojekt Sarneraa um ein komplexes und vor allem auch sensibles Bauprojekt handelt, ist sich das Bau- und Raumentwicklungsdepartment Obwalden bewusst. «Das Obwaldner Stimmvolk hat mit seinem JA am 25. November 2007 zur Variante Tieferlegung, respektive Verbreiterung der Sarneraa den politischen Auftrag klar definiert», gibt Landstatthalter Hans Matter zu verstehen. Klar ist deshalb, dass der Kanton bei der Erarbeitung der Stollenlösung nicht mitwirken konnte. Jedoch hält Hans Matter fest: «Entgegen oft anders lautenden Äusserungen hat der Kanton der IG Hochwasserschutz stets sämtliche bei uns vorhandenen Unterlagen zur Verfügung gestellt.»

Wegweisende Entscheide

Bereits vor mehr als einem Jahr wurden die Untersuchungen zum Grundwasser begonnen. Der Baugrund entlang der Sarneraa wurde in den kritischsten Bereichen mit Sondierbohrungen untersucht. Ebenso wurde der Zustand der Gebäude in der Nähe des Gewässers detailliert erhoben. Diese Analysen sind abgeschlossen und die gesammelten Daten waren für die weiteren Arbeiten der im Frühjahr 2008 mit der Planung beauftragten Ingenieure von grosser Wichtigkeit. Die Resultate bildeten die Grundlage für wegweisende Entscheide zur weiteren Entwicklung des Bau- und Auflageprojektes.
Zur Zeit läuft die Planung zur detaillierten Gestaltung der Quer- und Längenprofile für die tiefergelegte Sarneraa. Dabei fliessen auch Untersuchungen zur optimalen Gestaltung der Landschaft und des Ortsbildes ein. In vollem Gang ist die Planung der verschiedenen Brückenbauwerke. Teilweise müssen Brücken neu gebaut, teilweise angepasst werden. Wichtiges Element der derzeitigen Projektierung ist ein Wehr zur Regulierung des Sarnersees. «Nach heutigem Projektstand ist das Wehr im Bereich der neu zu erstellenden Brücke Rütistrasse vorgesehen. Es soll so gestaltet werden, dass es für Fische kein Hindernis darstellt», erklärt Josef Hess, Projektleiter beim Amt für Wald und Raumentwicklung.

Abdichtung gegen das Einsickern von Grundwasser

Die Untersuchungen zum Baugrund und zum Grundwasser haben laut Josef Hess gezeigt, dass das für die Tieferlegung notwendige Aufreissen der heute dichten Sohle der Sarneraa auf einer Länge von rund einen Kilometer in Bezug auf den Stand des Grundwasserspiegels ein Risiko darstellt. «Um allfällige Schäden durch das Einsickern von Grundwasser zu vermeiden», gibt der Naturgefahrenspezialist zu verstehen, «soll die Sohle der tiefergelegten Sarneraa zwischen dem Schulhaus Cher und der Kantonsstrassenbrücke Bitzighofen abgedichtet werden». Als Abdichtung kommt nach heutigem Kenntnisstand der Einbau einer Lehmschicht in Frage. «Damit wird das Risiko, dass Wasser in den Grundwasserträger einsickert, in Zukunft sogar kleiner als heute sein», ist Josef Hess überzeugt. Diese Abdichtungsschicht muss anschliessend mit einer geeigneten Kiessohle überschüttet werden.

Klare Voraussetzungen schaffen

Gegenstand intensiver Diskussionen zwischen der Projektleitung und den Projektingenieuren ist die Regulierung des Sarnersees. Eine längerdauernde Absenkung ist weder aus Sicht Ökologie noch aus landschaftlicher Sicht vertretbar. Am unproblematischsten ist eine kurzfristige Vorabsenkung aufgrund von Hochwasserprognosen. Gemäss Projektleiter Josef Hess ist zudem fachlich gesichert, «dass ein grossflächiges Abtiefen der Sohle des Wichelsees keine wesentliche Verbesserung der Abflussverhältnisse aus dem Sarnersee bringen würde.» Die laufende Planung ist gemäss dem kantonalen Projektleiter Voraussetzung, dass mit den betroffenen Grundeigentümern die detaillierten Landverhandlungen in Angriff genommen werden können. Bis es soweit ist, brauchen Landeigentümer und Landerwerbskommission noch etwas Geduld. «Wir wollen in den Verhandlungen mit den Grundeigentümern gut abgesicherte Vorgaben zum Landbedarf unterbreiten», so Josef Hess.


10.12.2008, 15:00 Uhr


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